Frühsport der Nilgänse

Die Nilgänse gehören eigentlich nicht zu meinen bevorzugten Fotomotiven, diese Bilder sind jedoch etwas besonderes. Sie zeigen 3 Nilgänse beim „Frühsport“. Entstanden sind die Bilder nur, weil sich zu diesem Zeitpunkt keine weiteren Vögel blicken ließen.

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Die Aufnahmen sind „out of cam“ – ohne jegliche Bearbeitung

Digiskoping – erste Versuche

letzte Aktualisierung 11. Septmeber 2021

17.August – Im Kalkmoerasgebiet bei Schalbruch. Gegenüber dem Wanderweg stand ein Graureiher in ca. 60 Meter Entfernung und verharrte eine ganze Weile schön still. So war genug Zeit ihn abzulichten.

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Bilder bei Flickr

Das Fokussieren auf die Augen hat ganz gut funktioniert, trotzdem fehlt es gegen über den Fotos mit dem 100-400mm Tele und 2fach Konverter deutlich an Details. Aufgenommen wurden die ersten Bilder mit 1/500 sec. Belichtungszeit und die Auslösung erfolgte mittels Selbstauslöser. Stets wurde die maximale Vergrößerung genutzt.

Später flog der Reiher weiter in Richtung Heerenstraat, zu ihm gesellten sich zwei Schnepfenvögel, Uferschwalben jagten über dem Gewässer nach Insekten und sind im Bild zu sehen. Schließlich landete noch ein Nilgans.

Alle Bilder sind unbeschnitten, lediglich etwas ausgerichtet und in C1 nachgeschärft. Bedingt durch die Bewölkung stellte die Kamera auch bei verlängerter Belichtungszeit (1/250 sec.) immer auf 6400 ISO, wodurch das Bildrauschen sehr ausgeprägt ist.

Ende der Woche soll das Wetter besser werden. Mal sehen, wie dann die Bildqualität bei geringeren Isozahlen aussieht.

Fazit: Ohne Bildnachbearbeitung geht nichts und das Ganze ist weitaus lichtempfindlicher als das Fotografieren mit Teleobjektiv und 2fach Konverter. Noch gelingt es mir nicht schnell genug scharf zu stellen, das Spektiv nach zuführen um so bewegte Szenen aufzunehmen. Ein still stehender Graureiher ist so ein ideales Motiv, die Limikolen eher nicht, obwohl ich mir wegen diesen das Spektiv zugelegt habe. Die Hoffnung stirbt zuletzt! …..

20.August – Mit dem frühen Sonnenlicht hat es auch heute wieder nicht geklappt. Kurz kam die Sonne heraus, dann bewölkte es sich und ein leichter Regen sorgte für das Ende der Fotosession. Dennoch sind ein paar brauchbare Aufnahmen von Kampf- und Bruchwasserläufern entstanden. Der Aufnahmeabstand betrug ca. 60 m. Um für die Entfernung mal ein Gefühl zu bekommen, habe ich den Abstand mit einem Prostaff 1000 von Nikon bestimmt. Ganz sicher bin ich mit der Identifizierung der Vögel nicht. Für den Bruchwasserläufer spricht der Augenstreif, der bis zum Nacken reicht. Oder ist es ein Waldwasserläufer?

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Die geschuppte Oberseite und die graugrünen Beine deuten auf einen Kampfläufer, zumal ich im Internet auf ähnliche Abbildungen gestossen bin. ( https://bilderreich.de/1537/steckbrief-kampflaeufer-philomachus-pugnax.html )

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Erstmals habe ich einen Fernauslöser genutzt. Das ging ganz gut. Mit der linken Hand manuell scharf stellen und mit der rechten Hand das Spektiv schwenken und auslösen. Die Friktion am 2 fach Neiger habe ich so eingestellt, dass ich schwenken, aber der Neiger seine Position beibehält. Alle Bilder sind fast unbeschnitten. Das Fokus-Peaking funktioniert bei Motivgrößen wie hier in den Bildern recht gut. Der Schärfentiefebereich war unter den Aufnahmebedingungen ungefähr so groß wie die Breite der Vögel.

Fazit: Wie heißt es so schön? „Übung macht den Meister“. Scharfe Bilder, wie ich Sie vom Teleobjektiv gewöhnt bin, sind mir noch nicht gelungen. Mal sehen, was ich noch über Capture One oder Topaz Sharpen AI erreichen kann.

Inzwischen habe ich mich in einem amerikanischen Forum für Digiskopie angemeldet und viele Tips bekommen. Mir wurde empfohlen die Vergrößerung so klein wie möglich zu halten und dann, wenn gebraucht, die Pixelzahl via Sofware auf das notwendige Maß hochzurechnen. Nur da hätte ich mir kein Spektiv kaufen brauchen.

Sinnvoller der Hinweis die Feineinstellung der Schärfe zu variieren und dabei gleichzeitig Fotos im kontinuierlichen Modus aufzunehmen, verbunden mit der Hoffnung, dass eine Aufnahme „sitzt“. Da der Schärfentiefenbereich bei max. Vergrößerungen nur sehr klein ist, scheint mir das eine Lösung zu sein. Weiter muss ich mich wohl damit abfinden, dass der max. Aufnahmeentfernung objektiv Grenzen gesetzt sind, z.B. durch die Beugung oder ungünstige Lichtverhältnisse.

21.August – Der Wetterbericht hatte sich wieder geirrt. Kurz nach dem Sonnenaufgang zog es sich wieder zu. Trotzdem sind ein paar tolle Aufnahmen gelungen. Speziell einen junger Dunklen Wasserläufer habe ich sehr gut getroffen. Diesen hielt ich erst für einen Rotschenkel. Ein Mitglied aus der Facebookgruppe „Ornithologische Feldbeobachtungen in Deutschland“ hat mich jedoch auf den Fehler aufmerksam gemacht. „Dunkler Wasserläufer und Rotschenkel kann man durchaus verwechseln. Der Dunkle Wasserläufer ist im Vergleich zum Rotschenkel schlanker mit längeren Beinen und längerem Schnabel, der an der Spitze leicht nach unten gebogen ist. “ Quelle

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Von Vorteil war, dass er sich nicht schnell bewegte. Aber auch die Kampfläufer sind diesmal besser getroffen, es fehlt zwar immer noch an Details, jedoch ist das Ergebnis akzeptabel.

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Die volle Vergrößerung des Spektivs habe ich in diesem Fall nicht gewählt. Für richtig scharfe Abbildungen ist nach wie vor der Einsstz von Topaz Sharpen AI notwendig.

Fazit von heute: Langsam wird es.

22.August – Kampfläufer bei der Gefiederpflege. Max. Auflöung

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28.August – mieses Wetter, stark bewölkt, nach nicht mal einer Stunde kam der Regen….
Dennoch: Flussuferläufer, Alpenstrandläufer und Kampfläufer „erwischt“

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29.August – das gleiche Dilemma wie gestern. Dichte Wolken und dann Regen.

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Zur Abwechslung mal wieder ein Graureiher. Aufnahmeabstand ca. 100 m

4. September – Laut Wetterbericht war Sonnenschein pur angesagt – denkste, dicker Nebel bis in die Mittagstunden. Das ist kein Wetter für die Digiskopie.

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Zum ersten mal hatte ich die Sony 7RIII zusammen mit dem Spektiv genutzt. Das Fokuspeaking klappt bei miesen Lichtverhältnissen genau so wenig wie mit der Fuji XT2. Am Nachmittag kam die Sonne. Also nochmal los. Die Kantenanhebung hatte ich jetzt probehalber auf stark eingestellt. Das war jedoch ein totaler Fehlgriff. Schon bei kleinsten Kontrasten wird Peaking angezeigt, die Fokussierung wird jedoch in dieser Einstelllung ungenauer, ja sogar völlig unbrauchbar. Alle Bilder vom Nachmittag waren unscharf.

Fazit: Kantenanhebung mittel wählen und sich damit abfinden, dass das Fokuspeaking nicht immer nutzbar ist.

5.September

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Zwergtaucher im Schlichtkleid. Ca.50m entfernt, 1/1000sec, ISO12800, Capture One + mittels Topaz Denoise entrauscht. Das klare Sonnenwetter hatte mich ermutigt mal eine kürzere Belichtungszeit zu probieren. 12800 ISO waren dann doch am Computer eine Überraschung.

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Allerdings wird für bewegte Szenen eine so kurze Belichtungszeit gebraucht.

11.9. Limikolen gab es heute nicht zu sehen. Aber ein Reiher hatte sich eingefunden.

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100 m Aufnahmeabstand, 1/500, 12800 ISO, Bildausschnitt 70% bezogen auf das unbearbeitete Bild, entrauscht mit DxO Photolab4, bearbeitet im Capture One – es wird!
Das Bild unten hat die gleichen Aufnahmewerte und Bearbeitung, 57 % Bildausschnitt bezogen auf das unbearbeitete Bild

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Gigantische Brennweite

Um möglichst aus großer Entfernung unbemerkt beobachten und fotografieren zu können habe ich mir ein Spektiv (Kowa TSN-883 mit dem Okular TE-11WZ 25-60) zugelegt. KOWA bietet dazu einen Adapter für Digitalkameras an, welchen man über das Okular stülpt. Wichtig war für mich, dass das Okular weiter genutzt werden kann und dass der Adapter mit einer Glasscheibe das Kamerainnere vor Verschmutzung schützt. So kann die Kamera mit Adapter einsatzbereit mitgeführt werden. Über zwei Schrauben lässt sich die Kamera mit Adapter sehr einfach und schnell am Okular des Spektivs fixieren.

Erste Erfahrungen

Der Vergrößerungseffekt, den ich gegenüber der Kombination Fuji XH1 mit dem 100 – 400 mm Tele plus 2 fach Konverter erzielen kann, zeigen die beiden nachstehenden unbeschnittenen Bilder mit einer Brandgans.

Aufgenommen mit der Fuji XH1, 100-400mm plus 2 fach Konverter
Fuji XT2 plus Spektiv, 60fache Vergrößerung – ca. 3000mm Brennweite bezogen auf das Kleinbildformat

Das Fokussieren ist gerade bei 60 facher Vergrößerung nicht ganz einfach. Der Schärfentiefebereich ist sehr klein und bei sich bewegenden Objekten ist die Ausschussrate ennorm.

Besser klappt das bei sich nicht bewegenden Objekten. Die beiden folgenden Bilder zeigen einen Rehbock im Morgenlicht bei 20 facher und 60 facher Vergrößerung. Bei der großen Vergrößerung ist die Bildqualität m.E. etwas schlechter. Erwartungsgemäß wird das Bild bei gleicher Belichtungszeit (1/1000sec) dunkler . In beiden Fällen entstanden die Bilder mit 6400 ISO.

25 fache Vergrößerung, ca. 1250 mm Brennweite bezogen auf Kleinbildformat
60 fache Vergrößerung (die Entfernung zum Bock beträgt ca. 120 m)

Um einen Eindruck der Aufnahmesituation zu bekommen, nachstehend ein Bild, welches mit einem 50mm Objektiv an einer Vollformatkamera aufgenommen wurde. Der große weiße Kreis ist in etwas die Position des Rehbocks, der kleine Kreis zeigt die der Brandgans.

Aufnahme vom gleichen Standort mit einem 50mm Objektiv (an einer Vollformatkamera)

Es ist schon gigantisch welche Möglichkeiten sich mit einem Spektiv ergeben. Jetzt heisst es üben, üben…..

Als Stativ nutze ich eine Berlebach Stativ Report 342 mit einem 2-Wege-Neiger.

Nachtrag vom 30.8.2021 – Tragen kann man das alles kaum. Fotorucksack mit der XH1 und dem 100-400, Spektiv, XF2 mit Adapter, Stativ, Regenschirm, Wasserflasche … in einem Andersen Royal Shopper – gut gerüstet für eine Fototour