Beobachtungen im heimischen Garten

Vorabversion, die ständig ergänzt und geändert wird. Stand: 26.5.2022

Weil Felder immer intensiver genutzt werden, gewinnt der eigene Garten zunehmend für den Vogelschutz an Bedeutung. Entsprechend gestaltet, kann er vielen Vögeln einen Lebensraum bieten.

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Zunächst heisst es erst einmal die Vögel zu studieren , um ihre bevorzugten Aufenthaltsplätze und Gewohnheiten kennen zu lernen. Dabei ist mir aufgefallen, dass unser Garten sehr schön, aber nur bedingt vogelfreundlich ist. Es gibt reichlich Regenwürmer und Insekten, aber wenig essbares für die Vegetarier unter ihnen. (Stieglitz, Bluthänfling) Für sie ist hauptsächlich die Wasserstelle von Interesse. (viel „Flugverkehr“ herrscht damit leider nur an heißen Tagen) Diese liegt zentral im Garten, von der Terrasse lassen sich Aufnahmen ohne viel Tarnung machen. Für formatfüllende Aufnahmen ist der Abstand Terrasse/Wasserbecken, speziell im linkenTeil, zu groß.

Wasserbecken, im oberen rechten Teilbereich ist ein neu angelegter Ansitz zu sehen, der bisher noch nicht angenommen wurde
Blick vom Wasserbecken auf unsere Terrasse; Entfernung ca. 11m

Stieglitz, Sperling und Bluthänfling fliegen vom Nachbargrundstück zu uns. Während der Beobachtung der Wasserstelle von der Wiese aus fiel mir ein reger Flugbetrieb in unmittelbarer Hausnähe bei der Trockenspinne auf.

Detailansicht Terrasse, von hier aus ist ein gut geschützter Blick „Bereich Trockenspinne“ möglich
Platz der Trockenspinne. Zahlreiche Bodendecke und ein großer Salbeistrauch ziehen die Vögel an.

Das Areal Trockenspinne lässt sich auch von der Terrasse aus beobachten. Bequem sitzend, ist die Position direkt am Haus ideal zum fotografieren, zumal die Jasminhecke einen guten Sichtschutz bildet. Sperlinge und Bluthänfling landen regelmäßig auf dem Hochbeet. Die Sperlinge verschwinden dann oft durch die Buchenhecke zum Nachbargrundstück.

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Der Strauch (rechts im Bild mit der Trockenspinne) wird als Ansitz auf dem Weg zur Wasserstelle genutzt. Ich hoffe, dass ich von dieser Position noch recht viele Flugaufnahmen (wie von dem Sperling unten) schießen kann.

Eine bessere Übungsmöglichkeit für die Vogelfotografie gibt es wohl kaum. Nur wenn ich die Vögel kenne, kann Sie ihre Bewegungen, die auf einen Start hindeuten, einschätzen. Die höchste Wahrscheinlichkeit Singvögel im Flug aufzunehmen, ist unmittelbar nach dem Start. Sie im freien Flug „einzufangen“ ist illusorisch., sie sind einfach zu klein um sie mit einem Teile im Flug zu erwischen.

Nach H. Oehme (Biologisches Zentralblatt, Band 82 (1963) Heft4 ) beträgt beim Start die Geschwindigkeit von Amsel und Star ca. 6 m/sec. Die Höchstgeschwindigkeiten liegen im freien Flug bei ca. 20 m/sec. Pro Sekunde wurden bei Flugbeginn 13 – 15 Flügelschläge gezählt.

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Bemerkung zur Einstellung an der Alpha 9 II:

Sony empfiehlt für Vögel im Verfolgungsmodus:

1 [Flexible Spot: M] – Covers a wide range of situations.
2 [Erweit. Flexible Spot]
3 [Tracking: Breit] – Recommended when continuously tracking a single subject

1 und 2 klappt bei Singvögeln nicht, da sie viel zu klein sind und man schnell aus dem Bereich des AF kommt; 3 mag wohl funktionieren wenn der Vogel am blauen Himmel fliegt, das funktioniert aber nicht, wenn der Vogel z.B. im Gras sitzt. Die Kamera fokussiert mal auf das Gras, mal auf den Vogel – das ist zum verrückt werden. Mit der Einstellung [Feld] probiere ich zur Zeit, auf jeden Fall kann das einen zur Raserei bringen ….. über Google habe ich noch nichts vernünftiges gefunden.

Weitere Ansitze der Vögel

Ansitz 2: Die kahlen Äste für die Zuckerschoten sind ein beliebter Sitzplatz auf dem Weg zum Wasserbecken.
Ansitz 3: Ansitz des Grauschnäppers
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Eine Meise auf Ansitz 2. Recht vielversprechend, nur leider sehr offen stehend. Für formatfüllende Fotos wird eine gute Tarnung notwendig sein.

Beobachtungen

20.5.2022 – „Sturmschaden“, das heutige Unwetter hat die junge Amsel auf dem Nachbargrundstück hart erwischt. Die Flügel waren bereits voll ausgebildet, ob er voll flugfähig war, kann ich nicht einschätzen. Ich habe ihn auf unserer Wiese gesetzt, wo er seine Flügel zum trocknen ausgebreitet hat. Noch vor dem nächsten Schauer war er verschwunden.

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21.5.2022 – Bluthänflinge brüten relativ früh. Es sieht so aus, als würde das Weibchen bereits die zweite Brut vorbereiten, während das Männchen den Günsel geniesst. Der Nestbau dauert ca. etwa drei bis vier Tage, Während der Brutdauer von 12 bis 13 Tagen wird das Weibchen vom Männchen mit Nahrung versorgt.

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22.5.22 Versuche mit der Einstellung „Tracking Erw. Flex Spot“, was recht gut klappt. Nur ist es notwendig, die Kamera bereits vor dem Start auszulösen. Trotz höchster Serienbildgeschwindigkeit ist der Sperling beim vierten Bild bereits aus dem Blickfeld. Wenn man wüsste in welche Richtung der Vogel fliegt, könnte man den Fokus in die entsprechende Ecke legen.

Die Trefferquote ist immer noch nicht gut, aber ich gebe nicht auf!

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Bevor ich die Kamera eingepackt habe, sind mir noch ein paar schöne Schnappschüsse mit den Hänflingen gelungen. Leider war die Entfernung sehr groß. (Nachbargrundstück)

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23.5.22 erstmalig in unserem Garten, ein Hausrotschwanz, der den neu geschaffenen Ansitz nutzte.

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Der Genießer unserer Buchenhecke, aufgenommen mit der Fuji und mit Topaz nachgearbeitet, geht auch. Wobei der Sperling die Schärfezone nicht verlassen hat.

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26.5.2022 – Bei dem kühlen, wechselhaften Wetter ist es ruhig in unserem Garten geworden.

31.5.2022 – Körperpflege

Fotografieren am Futterplatz

Angeregt durch einen Beitrag in der Zeitschrift Vögel 1/2022 „Fotografieren am Futterplatz – In Szene gesetzt“ habe ich neben unserem Futterhaus eine Ansichtwarte geschaffen. Und der Erfolg hat sich unmittelbar eingestellt. Mehr oder weniger alle Futtergäste nutzen den Ast neben dem Futterhaus, welches so im Garten positioniert ist, dass ich vom Küchenfenster aus unbeobachtet fotografieren kann.
Die Futterstelle ist vom nächsten Gebüsch auch soweit entfernt, dass sich Katzen nicht unbemerkt anschleichen können. Und sie ist weit genug von den Hausfenstern platziert. Da sonst die Gefahr besteht, dass die Vögel die Scheibe nicht sehen und dagegen fliegen.„Objekt meiner Begierde“ ist ein Eichelhäherpärchen, welches im Sommer schon ab und zu in unserem Wasserbecken den Durst stillte, dessen Besuche aber sehr selten sind. Bedingt durch die große Fluchtdistanz habe ich es nie geschafft brauchbare Aufnahmen von ihnen zu bekommen.
Seit Anfang November werden neben der gefüllten Futtersäule Erdnüsse platziert. Relativ schnell haben sich dann auch die beiden Eichelhäher eingefunden. Die Ansitzwarte haben sie sofort nach 2 Tagen in Besitz genommen. Erste Fotos vom 5.12.2021, weitere folgen….

zu den Bilder (16.1.22. – letzter Upload)

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Amselmännchen

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Kohlmeise

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Blaumeise

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Amselweibchen

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Eichelhäher
Es sind zwei Stück, die regelmäßig kommen. Am 20.12.2021 waren es 3 Exemplare am Futterhaus.

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Ringeltaube
Sie kommen im Schwarm und suchen in der Regel den Boden ab oder setzen sich auf das Dach vom Vogelhaus. An die eigentliche Futterstelle gehen sie kaum. Ganz im Gegensatz zum letzten Jahr, wo sie sich direkt an der Futtersäule bedient haben und für einen enormen Futterverbrauch gesorgt haben.

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Rotkehlchen

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Heckenbraunelle

Sie kommt meist zuletzt, wenn die Meisen schon wieder verschwunden sind. Den Ansitz nutzt sie nicht und die Aufenthaltsdauer am Vogelhäuschen ist sehr kurz. Bisher konnte ich sie nur bei sehr schlechtem Licht fotografieren, der AF hat da so seine Schwierigkeiten. Im Bild oben schien dann einmal die Sonne, die auch gleich das eine Auge zum leuchten bringt.

Technikerfahrung

Der Phasenautofokus der Sony 7Riii arbeitet nur bis f8, eine Tatsache die leider von Sony nicht erwähnt wird. Nur bei der A1, der A9II und jetzt bei der A7 IV kann der schnelle Phasenfokus mit der Kombination FE 200-600mm f/5.6-6.3 G / 2 fach Konverter genutzt werden.

Einen Ausweg habe ich gefunden, indem ich im APS-C Modus ohne Konverter fotografiert habe, so kommen immer noch 900mm Brennweite zusammen und die Vögel werden schön freigestellt. Allerdings hatte ich hier einen Denkfehler und hatte mit ca. 27 Mio Pixeln bei der Sony 7RIII gerechnet, es sind aber nur 18 Mio Pixel, was aber immer noch ausreicht. Von Vorteil ist, dass die Dateien entsprechend klein sind und im Sucherbild der Vogel entsprechend größer ist.

16.1.22 – heute habe ich mich mal etwas näher ran gesetzt…

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In unserem Lavendel ist was los

  • Artikel in Bearbeitung –

Dass, was ich eigentlich in der „freien Natur“ suche, finde ich inzwischen in unserem Garten. Vor 3 Jahren haben wir diesen völlig neu gestaltet und bei der Pflanzenauswahl darauf geachtet, dass ständig etwas blüht und speziell Schmetterlinge oder Bienen Nahrung finden. Heute kann man sehen, dass unser Konzept aufgegangen ist. Zur Zeit herrscht im Lavendel ein reges Treiben…..Hauptsächlich sind es Hummeln, die hier nach Nahrung suchen.

Auch eine Krabbenspinne liegt auf der Lauer. Auf den Bildern ist schön zu sehen, wie sie ihre Fangarme ausgebreitet hat und auf Beute lauert. Die Hummeln konnte sie jedoch nicht packen. Sobald diese die Spinne bemerkten, legten sie den „Rückwärtsgang“ ein. Dieses Fluchtmuster war allen gemein.

Auch Schmetterlinge lieben den Lavendel – an der Lavendelnektarbar … Mit etwas Fantasie kann ich durchaus „unterschiedliche Typen“ entdecken. Den Genießer, den heimlichen Trinker, einer hält sich krampfhaft an der Theke fest – „5 vor 12“, einer schafft es nicht mehr den Rüssel einzutauchen (total high) und den Eleganten… (ich hab noch nichts getrunken)