regionale Naturfotoprojekte

Naturschutzgebiete bei Schalbruch

Ziel dieses Projektes ist es, die Natur in drei kleinen, unscheinbaren Naturschutzgebieten im Grenzgebiet D/NL bei Schalbruch zu zeigen. Auf deutscher Seite sind das das „Eiländchen“ und das „Hohbruch“, auf niederländischer Seite das Kalkmoerasgebiet. Wobei viele Aufnahmen vom Kalkmoerasgebiet mit bei den NSG auf deutscher Seite zu finden sind, da die Übergänge fließend sind und es eine markierte Grenze nicht gibt.

morgennebel_21-05-13_DSC00352

Bilder Eiländchen und Hohbruch

Digiskoping am Kalmoerasgebiet

Jan Smeets schreibt in seiner Monografie „Vogelwaarnemingen kalkmoeras IJzerenbos voorjaar 2021“: „1851 wurde bei Schalbruch mit der Entwässerung des Sumpfes begonnen.“ Folglich war das ein markanter Eingriff in die Natur. Tiere und Pflanzen, die auf Feuchtgebiete angewiesen sind, verschwanden.

Er schreibt weiter: „Ende 2020 wurden im neuen Naturentwicklungsgebiet des IJzerenbos auf einer Fläche von 7 Hektar 30 cm Boden ausgehoben, um den Grundstein für die Wiedergewinnung seltener Pflanzen und Blumen zu legen. Naturliebhaber erwarten hier langfristig seltene Orchideenarten und Vogelbeobachter freuen sich über seltene Watvögel und andere interessante Arten. Durch die Ausgrabung ist ein Feuchtgebiet entstanden, in dem Zugvögel im Frühjahr und Herbst einen Zwischenstopp einlegen können, um sich auszuruhen, zu mästen und Energie zu sammeln, um den fernen Zug zu den Brut- und Überwinterungsgebieten zu überbrücken.“

kampfläufer_21-05-02_DSCF0426

Bereits im Frühjahr 2021 konnten in dem Gebiet Vögel entdeckt werden, die es seit Jahren hier mir zu sehen gab. Ein Abstecher in das Gebiet bei Schalbruch lohnt sich immer und ich habe mich sehr gefreut, dass ich etliche Fotos für die Veröffentlichung von Jan besteuern konnte. Nicht zuletzt trifft man hier Fotografen und Naturbeobachter mit dem gleichen Hobby.

Die Natur kehrt zurück – Renaturierung des Rodebachs

Viele Ökosysteme sind in den letzten Jahrzehnten und Jahrhunderten durch den Menschen vernichtet worden. Den in diesen Gebieten beheimaten Pflanzen und Tieren wurde der Lebensraum genommen und sie verschwanden. Um dem entgegen zu wirken, werden jetzt vielerorts Maßnahmen ergriffen, um wieder die ursprünglichen Lebensbedingungen zu schaffen.
In diesem Zusammenhang wurde im Jahr 2002 die Renaturierung des Rodebachs vom Rat der Gemeinde Selfkant beschlossen. 2020 wurde der Plan in einem ersten Teilstück bei Süsterseel in die Tat umgesetzt. In diesem Jahr folgte ein weiterer Abschnitt zwischen Wehr und Tüddern.

2002 beschlossen, 2020 bzw. 2021 umgesetzt – so lange Pause?

Ein Blick in die Beschlussfassung der Kreisverwaltung vom 3.9.2019 gibt Aufschluss /1/ : “Nach der vor ca. 15 Jahren vorgenommenen Renaturierung des Rodebaches im Gangelter Bruch gibt es seit vielen Jahren Bestrebungen, weitere Abschnitte des Rodebaches zu renaturieren. Bereits damals war die Renaturierung des Abschnittes im Bereich Wehr-Tüddern in der Diskussion.
Dem Kreis Heinsberg als untere Naturschutzbehörde gehören in den Gemarkungen Wehr und Tüddern bereits seit Beginn der 1990er Jahre rd. 21 ha Flächen, die hausintern unter der Bezeichnung „Gemeindebruch Wehr“ geführt werden.
Vor ca. 3 Jahren hat die untere Naturschutzbehörde im unmittelbaren Umfeld der bestehenden Flächen weitere Wiesenflächen erwerben können, die als Tauschflächen zum Eintausch weiterer Flächen unmittelbar an den Rodebach dienen sollten. Zwischenzeitlich konnten diese zum Tausch erworbenen Flächen nochmals so vertauscht werden, so dass nun die Möglichkeit gegeben ist, eine Renaturierung durchzuführen. Mit den neuen eingetauschten Flächen gibt es nun eine passende Möglichkeit, aus dem kanalisierten Rodebachbett an einer geeigneten Stelle auszuscheren und einen bestehenden Altarm des Rodebaches in die Renaturierung einzubeziehen. Darüber hinaus stellt die Gemeinde Selfkant weitere Flächen von ca. 4 ha für eine Renaturierung zur Verfügung. Mit den Flächen von Gemeinde und Kreis ergibt sich die Gelegenheit, ca. 1,6 km kanalisierten Rodebach in mäandrierender Form auf rund 2,5 km über die Wiesen- und Forstflächen zu renaturieren. Anders als im Gangelter Bruch ist die Wasserführung hier auch bei Dürre mit rd. 200-300 Liter je Sekunde gesichert. Mit dem Aushub soll u. a. der Rodebachkanal verfüllt und später aufgeforstet werden.

rode21-11-14_DSCF9505

Bei den von der Renaturierung betroffenen Flächen handelt es sich vorwiegend um Wiesenflächen, die bereits seit vielen Jahren ohne Anwendung von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln bewirtschaftet werden, sowie um Forstflächen, die vor ca. 15 Jahren zum Teil mit Erle und Kirsche sowie Hainbuche aufgeforstet wurden. “

/1/ https://sitzungsdienst.kreis-heinsberg.de/bi/to0050.asp?__ktonr=7762


Nach intensiven Vorbereitungsmaßnahmen zu Beginn des Jahres begannen am 16. August 2021 die eigentlichen Arbeiten für das neue Bachbett. Ende Dezember 2021 waren 100 % der Fließstrecke des renaturierten Rodebachs bereits „in Betrieb“ gegangen.

Während der Umbaumaßnahme wurden rund 20.000 Kubikmeter Boden bewegt sowie ein Kastendurchlass für den Schwerlastverkehr und zwei Holzbrücken für Fußgänger und Fahrradfahrer gebaut.

Bilder der Renaturierung des Rodenbachs zwischen Wehr und Tüddern

Bilder der Renaturierung bei Süsterseel

Am Rodebach bei Gangelt. Hier liegen die Renaturierungsarbeiten schon etwas zurück. Mit dazu rechne ich den „Regenwaterbuffer St. Jans´Hof“, auf niederländischer Seite, der inzwischen leider sehr zugewachsen ist.

Unterstützng des Nabu Selfkant e.V.

Den Naturschutz vor Ort möchte ich unterstützen. Mit meinen Bildern und Berichten möchte ich Menschen dafür begeistern, sich für die Natur einzusetzen.

kiebitz_21-03-26_DSCF4734

Dank der guten Bestandspflege gibt es im Selfkant noch etliche Kiebitze. An der Breberner Mühle lassen sich Dank des nabu Selfkant e.V. Turmfalken bei der Aufzucht ihrer Jungen beobachten.

Ein neues Projekt, gestartet im April 2022: Dokumentation des Steinkauzschutzes